Er gilt als einer der bedeutendsten Künstler des 19. Jahrhunderts und als Begründer des Symbolismus mit einem gewichtigen Einfluss auf den Surrealismus. Und dennoch gehen die Meinungen zu seinen Werken nach wie vor auseinander.
Das Kunstmuseum Basel stellt in einer Sammlungspräsentation einige Werke Arnold Böcklins weiteren Sammlungswerken gegenüber und bietet so die einmalige Gelegenheit, in einen Dialog mit dessen Werken zu treten. Damit reiht sich die Dauerausstellung Böcklin begegnet in eine bereits im 18. Jahrhundert entstandene Form des vergleichenden Sehens ein. Stilgeschichtliche Kontraste sowie typologische Analogien können so sichtbar gemacht werden. Das eigene (Vor-)Urteil kann gegebenenfalls aufgehoben oder aber weiter verfestigt werden. Wie Roger de Piles (1635 – 1709), französischer Maler und Kunstkritiker in seinem Werk Cours de peinture par principes aus dem Jahr 1708 betonte, erschliesse sich der Wert von Kunstwerken allein über den Vergleich. Zu welchen Schlussfolgerungen kommt der / die BesucherIn bei Böcklin begegnet?

Arnold Böcklin, Die Toteninsel (Erste Fassung), 1880, Öl auf Leinwand, 110.9 x 156.4 cm, Kunstmuseum Basel, Depositum der Gottfried Keller-Stiftung, Bundesamt für Kultur, Bern 1920, PD. Foto CC BY 4.0, Kozmojune, 2024.
In zwölf Konstellationen begegnet Böcklin seinen Vorläufern, Zeitgenossen und Geistesverwandten. Für die einen war der in Basel geborene Künstler ein Erneuerer, andere, wie der Kunstkritiker Julius Meier-Graefe (1867 – 1935), bezichtigten ihn als eine „Galionsfigur rückwärtsgewandter Deutschtümelei“. Doch es gab auch jene, die Böcklin als einen würdigen, genialen und ironischen Künstler hielten. Einer seiner Verfechter war Salvador Dalí (1904 – 1989) sowie Max Ernst (1891 – 1976). Beides Surrealisten, die ihn als einen Wegbereiter sahen. In einer Gegenüberstellung von Böcklins wohl bekanntestem Werk Die Toteninsel (Erste Fassung, 1880) und Max Ernsts La grand forêt (1927), kann der / die BesucherIn sogar 1:1 versuchen, dessen Einfluss nachzuzeichnen.

Félix Vallotton, Trois Femmes et une petite fille jouant dans l′eau, 1907, Öl auf Leinwand, 130.5 x 195.5 cm, Kunstmuseum Basel, Ankauf mit Mitteln des Birmann-Fonds 1957, PD. Foto CC BY 4.0, Kozmojune, 2024.
Mit seinem Hang zur symbolischen Tiefe, seiner Vorliebe für romantische Landschaftsmalerei sowie der Fähigkeit, gesammelte Eindrücke aus dem Gedächtnis heraus zu gestalten, schuf Arnold Böcklin ein Œuvre, das trotz oder vielleicht auch wegen dessen ambivalenter Resonanz einen festen Platz in der Kunstgeschichte verdient hat.
Dauer der Ausstellung: 2020 – bis auf Weiteres
Kunstmuseum Basel, Hauptbau
Leave a Reply